Poetenkreis

Neben den Brüdern Jakob und Heinrich Senn aus Fischenthal gehören dem Poetenkreis um Jakob Stutz auch der Sternenberger Johann Ulrich Furrer und der spätere Pfahlbauforscher Jakob Messikommer aus Wetzikon an.

 

Johann Ulrich Furrer (1827-1877)

 

Stutz' Lieblingsjünger und rechte Hand ist Johann Ulrich Furrer. Er lässt sich für das von Stutz gepredigte Gute, Schöne und Gemeinnützige derart begeistern, dass er 1843 die Sternenberger Jugendgesellschaft ins Leben ruft. Mit dem Dichterkeis, der sich ab 1847 um Stutz zu scharen beginnt, pflegt er einen regen Kontakt. Er sammelt die Gedichte der einzelnen Vertreter in zwei Alben, die er «Veilchenbund für Freunde des Schönen» betitelt.

 

1852 geht Johann Ulrich Furrer eine von Stutz arrangierte Ehe mit der Tochter eines Schwellbrunner Kerzenfabrikanten ein. Nach dem Niedergang des Geschäftes in den 1860er Jahren, zieht er mit seiner Frau ruhelos umher. Am 21. Mai 1877 – wenige Tage nach dem Tod seines Mentors Stutz – wird Furrers Leiche bei der Schönenwerd-Insel aus der Limmat gezogen.

 

Durch die Publikation seines Tagebuchs aus dem Jahr 1848 zum Jubiläum des Schweizer Bundesstaates im Jahr 1998 hat er als Chronist seiner Zeit Bedeutung erlangt.

 

 

Johann Ulrich Furrers Geburtshaus in Sternenberg

 

 

Titelblatt Johann Ulrich Furrers Tagebuch von 1848

 

 

Johann Ulrich Furrers Wohnhaus in Schwellbrunn

 

Jakob Messikommer (1828-1917)

 

Der Pfahlbauforscher Jakob Messikommer

 

Jakob Messikommer nimmt innerhalb des Freundeskreises um Stutz allein aufgrund seines frohgemuten Wesens und seiner gesunden Selbsteinschätzung eine Sonderstellung ein. Ihm scheint die Verwirklichung all seiner Träume zu gelingen. Heinrich Senn charakterisiert ihn nicht von ungefähr mit dem freudigen Ausruf: O du lebensfroher 'Mässig-Kummer! (Tagebuch, Februar 1852)

 

Als Messikommer 1858 im Robenhausener Ried auf Überreste einer Pfahlbausiedlung stösst, wird er zum leidenschaftlichen Archäologen. Den Pfahlbauten von Robenhausen kommt eine besondere Bedeutung zu, weil sie ein besonders umfassendes Bild der Pfahlbaukultur zu geben vermögen.

 

Für seine Leistungen erhält Jakob Messikommer 1893 die Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät der Universität Zürich.

 

Jakob Messikommer: Ehrendoktor der Universität Zürich